PopUp Location Bolsterlang

Berge statt Beamer: Was passiert, wenn ein Event ganz bewusst mitten in die Natur verlegt wird

Ich stehe auf einer Wiese in Bolsterlang, es ist kurz nach 20 Uhr abends, die Sonne hängt noch über dem Grat, und ein langjähriger Kunde, den ich sonst nur aus dem geschäftlichen Umfeld kenne, lacht so laut, dass ich mich umdrehe. Ich habe ihn noch nie so lachen gehört. Hier, mit einem Glas in der Hand und den Bergen im Rücken, redet er plötzlich über seinen letzten Bergurlaub, über seine Tochter, über alles außer Arbeit. Und genau in diesem Moment wusste ich: Der Ort macht mehr mit Menschen, als wir ihm normalerweise zutrauen.

Genau davon handelt dieser Artikel: was es bei Menschen bewirkt, wenn man sie aus ihrem gewohnten Rahmen – in diesem Fall mitten in die Natur – holt.

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Gäste stehen an zwei schwarzen Foodtrucks auf der PopUp Location Bolsterlang vor der Bergkulisse der Allgäuer Alpen.

Ein Ort, der nicht bleibt – und genau deshalb wirkt

Eine PopUp Location ist ein zeitlich begrenzter Ort, der für eine kurze Dauer – von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten für einen Anlass – „aufpoppt" sowie danach wieder schließt. Für unsere PopUp Location Bolsterlang bauen wir innerhalb der Saison von Mai bis Oktober individuell für jedes Event ein Stretchzelt und für den Anlass passendes Mobiliar auf und wieder ab. Sie liegt auf einer Wiese inmitten der Allgäuer Alpen, die aussieht, als hätte sie schon immer eine Eventlocation sein sollen.

Es gibt keinen festen Raum, den man einfach bucht. Man bekommt eine leere Fläche und die Freiheit, sie genau so zu gestalten, wie das Event es erfordert. Für 50 Personen genauso wie für 150.

Darin unterscheidet sie sich von jedem Hotelsaal mit Beamer und Deckenspots: Dort muss sich das Event dem Raum anpassen. Hier passt sich der Raum dem Event an.

Wusstest du schon? Warum Menschen draußen anders miteinander reden

Sobald Menschen ihr gewohntes Arbeitsumfeld verlassen, verändert sich etwas in der Art, wie sie sprechen. Weniger Status, weniger Rolle, mehr Mensch.

Es gibt dazu auch handfeste Forschung: Wissenschaftler der Universitäten Utah und Kansas haben gezeigt, dass Naturerleben messbar kreativer macht – unter anderem, weil es ein Netzwerk im Gehirn aktiviert, das für freies, assoziatives Denken zuständig ist (Strayer et al., 2012, PLOS ONE). Gleichzeitig sinkt der Stresspegel spürbar.
Eine weitere Studie, veröffentlicht im Fachmagazin „Nature", zeigt zudem, dass persönliche Begegnungen bei kreativen Aufgaben Videocalls überlegen bleiben – der Bildschirm kann eben nicht ersetzen, was im echten Raum zwischen zwei Menschen passiert (Brucks & Levav, 2022, Nature).

Kurz gesagt: Der Kopf denkt anders, sobald der Ort anders ist.

Zwei Beobachtungen, die mir das jedes Mal wieder zeigen:

  • Menschen, die im Meeting nie das Wort ergreifen, fangen am Lagerfeuer plötzlich an, Geschichten zu erzählen.
  • Teams, die sich sonst nur über virtuelle Chats austauschen, stehen am Foodtruck zusammen und reden über Dinge, die mit der Arbeit gar nichts zu tun haben.

Zwei Alltagssituationen, die den Unterschied greifbar machen

Stell dir ein Sommerfest im Tagungsraum vor: Tische in Reihen, Deckenlicht, Servicepersonal, das zwischen den Stühlen navigieren. Die Stimmung ist meistens gut – aber sie bleibt kontrolliert. Man unterhält sich im engen starren Setting mit den gleichen zwei, drei Kollegen wie immer.

Jetzt stell dir dieses Team auf der Wiese in Bolsterlang vor. Kein fester Sitzplan, keine Wände. Die Lounge mit Feuerstelle zieht Menschen an, die sich sonst nie zusammensetzen würden. Der Foodtruck wird zum Treffpunkt, nicht zur Verpflegungsstation. Niemand muss sich unterhalten – aber plötzlich wollen es alle.

Das ist der Punkt, den ich Kunden schwer greifbar machen kann, bevor sie es selbst erlebt haben: Ein Ort kann Nähe erzwingen, ohne dass es sich erzwungen anfühlt.

Praxisbeispiel: Aus einer leeren Wiese wird ein Abend, an den man sich erinnert

An einem Abend im Spätsommer 2024 stand die Wiese in Bolsterlang für ein Testevent zum ersten Mal im Einsatz – mit meinen Mitarbeitern, Kunden und Partnern aus der Region, die vorher, wenn überhaupt, nur Skizzen von der Location gesehen hatten.

So sah der Weg dorthin aus:

  1. Nachmittags: Aufbau des Stretchzelts, Möblierung mit Loungebereich, Feuerstelle und Bar.
  2. Früher Abend: Ankunft der Gäste, erste Getränke direkt vor dem Zelt.
  3. Abends: Foodtruck-Catering, lockere Gespräche zwischen Lounge und Feuerstelle, kein festes Programm, das die Runde zusammenhält.
  4. Später Abend: Die Gruppen, die sich an der Bar zufällig getroffen haben, sitzen am Ende gemeinsam am Feuer.

Besonders war für mich, wie schnell sich Gäste, die sich vorher nicht kannten, ins Gespräch gekommen sind. Niemand musste dazu aufgefordert werden. Der Ort hat die Arbeit übernommen, die sonst ein Moderator oder eine Icebreaker-Maßnahme übernehmen müsste.

Dass ein Ort mehr ist als Deko, Kulisse und Stimmung, weiß ich aus über 25 Jahren in der Veranstaltungsbranche. Dieser Abend hat es mir trotzdem noch einmal bestätigt: Der Ort ist eine der ersten Entscheidungen, die alles andere beeinflusst.

Was hier frei macht, ist nicht die Ausstattung. Es ist der Verzicht auf feste Vorgaben. Ein fester Saal diktiert die Sitzordnung, die Lautstärke, den Ablauf. Eine Wiese mit einem Zelt lässt offen, was daraus wird – und genau das macht sie zu einem so wandelbaren Werkzeug für Kommunikation.

Für wen sich die PopUp Location eignet

Nicht jedes Event braucht diesen Ort. Aber für bestimmte Anlässe ist er genau richtig:

  • Sommerfeste und Firmenjubiläen mit 50 bis 150 Gästen
  • Teamevents, die mehr wollen als ein Konferenzraum mit Kaffeepause
  • Kundenveranstaltungen, bei denen Beziehung wichtiger ist als Präsentation
  • Incentives, die Bewegung, Natur und Genuss verbinden sollen
  • Workshops, die von einem Tapetenwechsel profitieren

Drei Kompetenzen, ein Konzept

Die PopUp Location entstand aus der Zusammenarbeit von KAD, faszinatour und StretchRent. Wir bringen die Erfahrung in der Organisation und Inszenierung von Live-Kommunikation mit, faszinatour die Kompetenz für Natur- und Erlebnisprogramme, StretchRent das passende Zeltsystem. Für dich bedeutet das: eine Ansprechperson, ein Konzept – von der ersten Idee bis zum Ausklang des Abends am Lagerfeuer.

Wie diese Idee entstanden ist und was die Location für wen besonders macht, erzähle ich ausführlicher im Podcast „POP UP Location Bolsterlang – Für alle, die Events neu denken wollen!" von TEAMKOMPASS, dem faszinatour Podcast.

Fazit

Nicht jede Veranstaltung braucht einen außergewöhnlichen Ort. Ein internes Update-Meeting funktioniert im Büro genauso gut wie überall sonst. Aber sobald Menschen wirklich zusammenkommen sollen, Perspektiven wechseln oder gemeinsam etwas erleben, wird der Ort zur wichtigsten Entscheidung im ganzen Konzept. Die PopUp Location Bolsterlang zeigt, wie viel möglich wird, wenn man Natur nicht als Kulisse behandelt, sondern als Teil des Programms.

Für welchen Anlass würde bei euch ein Ortswechsel den Unterschied machen?

Häufige Fragen

Eure häufigsten Fragen zum Thema – und unsere Antworten aus der Praxis.

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